Ein Collegiatstift (auf einer Stiftung beruhendes Stiftskapitel oder Kanonikerstift) bezeichnet seit dem frühen Mittelalter eine Gemeinschaft von Kanonikern bzw. Collegiaten (auch Säkularkanoniker, d.h. Weltgeistliche, genannt).  Säkularkanoniker sind als Collegiaten oder Chorherren deutlich abzugrenzen von Mönchen. Sie gehören üblicherweise keiner Ordensgemeinschaft an.
 
Diese Kanoniker (Collegiaten, Chor- oder Stiftsherren) leben an einer bestimmten Kirche, einem Stift (nicht selten in der Form eines Klosters, mit Quatrum, Kreuzgang etc. gebaut). Sie sind für die Stundengebete und die Gottesdienste zuständig und für die Seelsorge im Umfeld des Collegiatstiftes verantwortlich.
 
Das Stiftskapitel, die Versammlung der Kanoniker bzw. Collegiaten, verwaltet das Vermögen der Stiftskirche. Die einzelnen Kanoniker behalten – im Unterschied zu Ordensgeistlichen – ihr Privatvermögen. Sie legen keine Gelübde ab und können daher das Stift jederzeit frei verlassen.
 
Auch nach der Reformation gab es in Deutschland (wie z.B. in den Domstiften Halberstadt, Lübeck, Osnabrück, Minden und Straßburg) bis in die Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert hinein Orte, an denen evangelisch-lutherische und römisch-katholische Kanoniker bzw. Collegiaten an einem Collegiatstift gemeinsam (bikonfessionell) lebten und ihren Dienst versahen.
 
Unsere CollegiatsIdee knüpft an die Begrifflichkeit und die Tradition bikonfessioneller (ökumenischer) Collegiatstifte an und will diese weiter entwickeln.
 
Unsere Collegiatstifte bezeichnen keine Gemeinschaft von Kanonikern, Geistlichen oder Pfarrern, wenngleich Pfarrer, Pfarrerinnen oder Priester zum Collegiat gehören (können).
 
Ebenso wenig bilden unsere Collegiate eine „Kopie“ eines der klassischen Orden des christlichen Abendlandes, wie z.B. der Benediktiner, Franziskaner, Dominikaner o.a.
 
In konsequent ökumenischer Ausrichtung soll unsere VIA COLLEGIATA CHRISTIANA, unser Weg gemeinschaftlicher Christusnachfolge aufmerksam und bereit sein, Traditionen und Impulse altehrwürdiger und neuer kommunitärer (gemeinschaftlich-klösterlicher) Spiritualität und Sozialpraxis aufzunehmen, um sie – mit Gottes Hilfe – heute, im 21. Jahrhundert, Gestalt werden zu lassen.